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05.10.2015

Trotz fehlender Durchschlagskraft: Meggle zieht positives Fazit

FC St. Pauli nach der Heimniederlage gegen Sandhausen

Zufrieden: St. Pauli-Sportchef Thomas Meggle sieht sein Team auf einem guten Weg. Foto: noveski.com

Nachdem sich Thomas Meggle noch kurz mit Präsident Oke Göttlich ausgetauscht hatte, betrat der Sportchef schwungvoll die Mixed-Zone, um sich den Journalisten zu stellen. Wer allerdings nach der 1:3-Niederlage gegen den SV Sandhausen auf eine schonungslose Analyse gewartet hatte, sah sich getäuscht.

Der 40-Jährige wirkte überraschend aufgeräumt und beschrieb zunächst seine Gefühlslage nach den beiden Gegentreffern. „Nach dem 0:1 dachte ich, jetzt haben die Jungs eine Aufgabe vor sich, an der sie wachsen können. Nach dem 0:2 wusste ich, dass die Aufgabe ganz schwer lösbar ist.“
Meggle sollte mit seiner Prognose Recht behalten, denn St. Pauli ließ sich von der Hektik und den Nicklichkeiten im Spiel anstecken. Zwar lobte Meggle, dass seine Mannschaft versucht habe, „das Spiel jederzeit zu drehen und die Chancen da waren“, aber ehrlicherweise war das nur in der Schlussphase der Fall. Im ersten Durchgang war lediglich Rzatkowskis Schuss ans Außennetz erwähnenswert. Ansonsten fanden die Hamburger keine Lösungen gegen den tief stehenden Gegner. Natürlich stimmten über die gesamten 90 Minuten Wille und Engagement, aber wirklich strukturiert war das Ganze nicht.

St. Pauli fehlt im Angriff der „Plan B“

Die Offensivkräfte Maier, Dudziak und auch Thy ließen sich allesamt von der harten Ganghart der Gäste beeindrucken. Einzig und allein Waldemar Sobota sorgte ab und an in Eins gegen Eins-Duellen für Gefahr.
Insgesamt wurde aber erneut offensichtlich, dass St. Pauli im Angriffsspiel der „Plan B“ fehlt, um ein solches Abwehrbollwerk zu knacken. Die Lienen-Elf hat einfach keinen robusten und vor allem kopfballstarken Stürmer im Kader, der sich gegen Innenverteidiger der Marke Kister und Hübner zur Wehr setzen kann, um einen langen Ball auch mal festzumachen. Der glücklose John Verhoek kann diesen Part jedenfalls nicht ausfüllen, wie sein Kurz-Auftritt gegen Sandhausen wieder mal belegte.

Trainer Ewald Lienen nahm seinen Profi aber in Schutz und verteidigt seine Spielidee: „Wir möchten die Dinge lieber spielerisch lösen, als die Bälle hoch und weit nach vorne zu schlagen. Jede Minute die John Verhoek spielt, hilft ihm weiter. Ich bin überzeugt, dass er wieder Gelegenheiten bekommt und diese auch verwertet.“
Vor der nun anstehenden Länderspielpause zog Sportchef Meggle noch ein zufriedenes Zwischenfazit: „Es sind zehn Spiele vorbei und wir haben 18 Punkte geholt – das ist eine sensationelle Punktausbeute. Dass dabei auch mal eine Niederlage herausspringt, haut uns nicht um. Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit, um uns zu sammeln. Vor der Partie in Berlin sollten wir uns im Training Sicherheit im Abschluss holen.“

Frank Sorgatz

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