Mein Sport Mikrofon

26.10.2015

Starker Kalla: „Bin heute gefühlte 14 Kilometer gelaufen“

FC St. Pauli nach Heimsieg über den SC Freiburg

Freudentaumel: Nach dem 1:0 brechen beim FC St. Pauli alle Dämme. Foto: dpa

Er kam als letzter Kiezkicker vom stark ramponierten Rasen des Millerntors. St. Paulis Urgestein Jan-Philipp Kalla (29) wirkte nach seinem starken Startelfdebüt zwar erschöpft, aber auch glücklich. Ein wenig überraschend wurde der Profi allerdings nicht auf der Sechser-Position eingesetzt, sondern auf der rechten Außenbahn.

Lienen: „Das war Balsam auf unsere Seelen“

Trainer Ewald Lienen, der bis auf Picault, derselben Formation wie in Berlin vertraute, wollte mit Kalla zusätzliche Stabilität im Mittelfeld, um die spielstarken Freiburger in Schach zu halten. Kalla erfüllte diesen Part zu Lienens vollster Zufriedenheit, wie der 61-Jährige nach dem Spiel bestätigte: „Schnecke Kalla ist ein Top-Vorbild in jeder Beziehung. Er hat seine Rolle klasse ausgefüllt.“
Kalla selbst wollte sich nicht zu sehr in den Vordergrund stellen, sondern strich die gute Mannschaftsleistung heraus: „Wir haben heute alles rausgehauen und uns vielleicht ein bisschen cleverer angestellt. Insgesamt war es super, wie selbst unsere Stürmer mit nach hinten gearbeitet haben. Das war heute genau das richtige Vorgehen.“

Zu seinem ersten Startelfeinsatz merkte Kalla an: „Natürlich bin ich jetzt platt, denn gefühlt bin ich heute 14 Kilometer gelaufen. Gegen so starke Leute wie Grifo, muss man aber auch so viel investieren.“
Lienen räumte zwar ein, “ein wenig Spielglück“ gehabt zu haben, allerdings wirkte sein Team in der letzten Phase des Spiels frischer als der Tabellenführer. Speziell zum Ende der Partie drückte St.Pauli nochmals aufs Tempo und setzte letzte Kraftreserven frei. Lienen lobte die Einstellung seiner Truppe: „In den letzten 30 Minuten haben wir das Spiel immer besser in den Griff bekommen. Diese Mentalität hat mir gefallen. Ratsche hat bei dem Siegtreffer den unbedingten Willen gehabt, das Tor zu erzielen. Das war nach dem unglücklichen Ausgleich in Berlin Balsam auf unsere Seelen.“

St. Pauli reist als Tabellendritter zum VfL Bochum

Durch den wichtigen Heimsieg hat sich der Kiezclub nun wieder auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben. Am kommenden Freitag wartet bereits der nächste Kracher auf die Lienen-Elf, wenn es zum Viertplatzierten VfL Bochum geht. Kalla weiß, dass es im “Rewirpowerstadion“ unter Flutlicht erneut heiß hergehen wird: „Wir müssen in den nächsten Tagen gut regenerieren, um in Bochum wieder 100 Prozent abrufen zu können. Das wird nämlich wieder ein ähnlich intensives Spiel wie gegen Freiburg. Wenn wir dort so auftreten wie zuletzt, können wir auch beim VfL etwas Zählbares mitnehmen.“

Frank Sorgatz

Kommentieren

Vermarktung: