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03.08.2015

Sobiech: „Dieses Spiel war ein Fingerzeig“

FC St. Pauli gewinnt beim Karlsruher SC

Schneller als Gegenspieler Gordon (r.): Lasse Sobiech trifft per Kopf zum 1:0 für den FC St. Pauli. Foto: dpa

Nicht nur aufgrund seines tollen Kopfballtreffers war Lasse Sobiech wieder mal einer der stärksten Hamburger. Der 24-jährige Innenverteidiger hatte - bis auf eine Szene - die KSC-Spitzen Hennings und Hoffer bestens im Griff und glänzte zudem noch als Torschütze.

Nach dem Spiel wirkte Sobiech zufrieden mit dem ersten Auswärtsauftritt und lobte die konzentrierte Defensivarbeit seines Teams. „Wir haben es hinten richtig gut gemacht. Beide Sechser standen stets eng an der Abwehrkette und so haben wir dem KSC nur wenig zugelassen.“



Mit den beiden Sechsern waren Marc Rzatkowski und Enis Alushi gemeint, die sehr aufmerksam waren und etliche Bälle im Zentrum eroberten. Speziell Rzatkowski scheint in seinem dritten Jahr auf dem Kiez verstanden zu haben, worum es geht und entwickelt sich derzeit zu einer unverzichtbaren Größe im Mittelfeld. Zudem sind Alushis Ruhe im eigenen Ballbesitz sowie seine Stärke bei Standards positiv zu erwähnen. Alushi und Rzatkowski scheinen innerhalb kürzester Zeit ihre Vorgänger Daube und Koch adäquat ersetzt zu haben.

Sobiech hingegen glaubt, dass der immens wichtige Erfolg in Baden positive Signalwirkung für die kommenden Wochen haben kann: „Dieses Spiel war schon ein Fingerzeig. Hätten wir es verloren, wären wir gleich unten drin gewesen. So aber können wir das Pokalspiel gegen Gladbach gelassen angehen.“ Zu seinem Führungstreffer ergänzt der Profi: „Wenn ein Ball so lange unterwegs ist, hast du als großer Spieler gute Chancen, diesen auch zu bekommen.“

Lienen: „Das war kein unverdienter Sieg“

Sobiechs Trainer Ewald Lienen war nach dem Spiel sichtlich gezeichnet von den schwülwarmen Temperaturen im Wildpark. Trotz der tropischen Hitze analysierte der 61-Jährige gewohnt sachlich, warum es zum „Erfolgs-Dreier“ gelangt hat: „Wir haben relativ wenig zugelassen und es in beiden Halbzeiten ordentlich bis gut gemacht. Dafür waren heute eine gewisse Kompaktheit sowie gute Kommunikation wichtig. Das war heute kein unverdienter Sieg.“ Lienen wollte den Sieg aber nicht zu hoch hängen: „Natürlich dürfen wir den Erfolg nicht überbewerten, was auch nicht passieren wird. Weiterhin gibt es noch genügend Dinge zu verbessern.“

Damit sprach der Coach einige Kontergelegenheiten an, die Mitte der zweiten Hälfte allerdings unsauber ausgespielt wurden. „Nach vorne hatten wir wirklich einige aussichtsreiche Konter, die wir aber nicht zu Ende spielen. Das muss besser werden.“
Zeit genug bleibt den Kiezkickern, um an diesen Dingen konsequent zu arbeiten, denn der Pokalkracher gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach wurde als Topspiel auf Montagabend verlegt. Da der Zweitligist mit vier Punkten aus zwei Spielen einen richtig guten Saisonstart hingelegt hat, wird die Lienen-Elf sicher mit großem Selbstvertrauen auflaufen, um möglicherweise eine Pokalsensation am ausverkauften Millerntor zu schaffen.

Frank Sorgatz

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