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10.01.2017

Rahlstedter SC: Bezirksliga, Landesliga, Oberliga?

Den Quantensprung im Entwicklungsprozess des RSC hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten an der Scharbeutzer Straße nicht erwartet

Rahlstedts Erfolgsgaranten: Coach Alexander Schäfke (li.) und sein bester Torschütze Louis Mandel Foto: noveski.com

Wenn es nach Trainer Alexander Schäfke geht, lässt sich die Erfolgswelle, die den Rahlstedter SC durch die Vorrunde – und nahezu das gesamte Kalenderjahr 2016 – trug, auf folgende einfache Formel reduzieren: „Wenns rollt, dann rollts – nur muss es auch weiter rollen“. Elf Siege in Serie vor Weihnachten, mit 52 Treffern die Torfabrik der Liga und gleichzeitig die stabilste Defensive: Schäfke und sein Assistent Dirk Hannemann haben im Nord-Osten Hamburgs ein Spitzenteam geformt, das allerhöchsten Ansprüchen genügt und in puncto Dominanz seinesgleichen sucht.
Der Aufstieg in die Landesliga sollte bei 9 Punkten Vorsprung nur noch Formsache sein, was das Trainer-Duo – durchaus nachvollziehbar – anders sieht: „Auch so ein Polster kann schnell weg sein“, warnt Co-Trainer Hannemann. „Unsere Aufgabe ist es, immer neue Reizpunkte zu setzen, damit wir auch hoch konzentriert aus der Winterpause kommen“. Bei allen berechtigten Warnungen vor Selbstzufriedenheit und dem sich einschleichenden Schlendrian, lassen die bisherigen Leistungen aber kaum einen anderen Schluss zu, als dass der RSC souverän den Meistertitel einfahren wird. Die letzte Niederlage datiert vom 14.02.2016, als man vor heimischem Publikum mit 2:3 gegen den MSV Hamburg verlor.
Seitdem hat sich aber einiges getan an der Scharbeutzer Straße. Im Sommer wurde die Qualität des Kaders, der teils mit eigenen Jugendspielern ergänzt wurde, mit kleineren Veränderungen nochmal erhöht. Zum Königs-Transfer schwang sich dabei erwartungsgemäß Ex-Profi Louis Mandel auf, der aus der dritten Liga von Holstein Kiel verpflichtet wurde und nun mit seinem Bruder Moritz ein kongeniales Offensiv-Duo bildet. Allein 26 Treffer gehen auf das Konto der beiden Ausnahmespieler, die auch in der öffentlichen Wahrnehmung das Bild der Elf maßgeblich prägen. Vergessen wird dabei häufig, dass auch Rahlstedt nur als funktionierendes Kollektiv funktioniert, was auch Trainer Alexander Schäfke herausstreicht: „Eine Mannschaft besteht aus elf Spielern und auch die Ergänzungsspieler haben großen Anteil am Erfolg“. Dennoch, so Schäfke weiter, sei es völlig normal, dass den Mandel-Brüdern diese Aufmerksamkeit zuteil wird, denn beide „haben eine unglaubliche Qualität und sind an fast allen Offensivaktionen beteiligt“.
Doch auch in anderen Mannschaftsteilen hat sich das Team immens verbessert. In der Innenverteidigung bilden Alexander Hintz und Nazif Dowou ein sehr gut harmonierendes Duo. Gerade Linksfuß Dowou, der 2013 von Concordias A-Junioren nach Rahlstedt kam, bescheinigt Co-Trainer Hannemann „eine überragende Saison“. Hinter der Abwehr hütet in der Regel Patrick Krysiak den RSC-Kasten sehr verlässlich. Als dieser zu Saisonbeginn mit einem Handbruch ausfiel, wurde der damals 17-jährige Pascal Marquardt ins kalte Wasser geworfen und spielte auf Anhieb sehr stabil. Beide Trainer sehen in der „außergewöhnlich stark besetzten“ (Schäfke) Torhüterposition und den „sehr guten Leistungen“ (Hannemann) von Marquardt und Krysiak auch einen Schlüssel des Erfolgs. Generell sei der Kader „in der Breite sehr stark besetzt“, wie Co-Trainer Hannemann betont. „Die gezeigten Leistungen sind kein Zufall, sondern das Produkt harter Arbeit von jedem Einzelnen. Gerade auch die Qualität der Ergänzungsspieler gibt uns immer wieder Wechseloptionen, mit denen neue Impulse ins Spiel gebracht werden können“.
Insgesamt habe der Verein nach dem Fast-Abstieg im Jahre 2015 „kontinuierlich gut gearbeitet“ und auch vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt, sagt Trainer Schäfke. „Wir schauen immer zuerst: Was passiert im Unterbau“, bevor auf externe Neuverpflichtungen zurückgegriffen wird. „Der ständige Austausch ist Teil unseres Konzeptes“.
Ein dauerhafter Bestandteil des Rahlstedter Konzeptes sollen auch die beiden Erfolgstrainer bleiben. Alex Schäfke und Dirk Hannemann verlängerten ihre Verträge um ein Jahr bis zum 30.06.2018. In Bezug auf diese Personalentscheidung darf dem Rahlstedter SC gratuliert werden, denn auch hier könnte das Eingangszitat zur Geltung kommen: „Wenns rollt, dann rollts – nur muss es auch weiter rollen“. 

Denis Korte

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