Mein Sport Mikrofon

27.07.2016

"Mein Ziel ist, Profi zu werden"

Im Interview: HSV-Juwel Veli Sulejmani

Großes Talent: Der 18-jährige Veli Sulejmani vom HSV III. Foto: noveski.com

Veli Sulejmani (18) ist eines der größten Talente, das die Hammonia-Staffel zu bieten hat. Im Interview spricht der Mittelfeldspieler vom HSV III über seinen Traum vom Profi-Geschäft, was er sich von Superstar Cristiano Ronaldo abschaut und wieso er im letzten Jahr darüber nachgedacht hat, mit dem Fußballspielen aufzuhören.

„Im Körperlichen muss ich zulegen“

Sport Mikrofon: Hallo Veli, mit dem HSV III stehen Sie vor Ihrer ersten Saison im Herrenbereich. Wie läuft die Vorbereitung?
Veli Sulejmani:
Die ist anstrengend (lacht). Aber als Team verstehen wir uns gut, wir haben sehr schnell zusammengefunden. Es bringt Spaß mit den Jungs.

Verglichen mit den Trainingseinheiten bei den Junioren: Gibt es da Unterschiede?
Sulejmani:
Definitiv, es geht viel intensiver zur Sache. Während in der Jugend der eine oder andere auch mal unmotiviert wirkt, gibt bei den Herren jeder 100 Prozent. Es wird außerdem mehr im taktischen Bereich gearbeitet.

Ihre Teamkollegen schwärmen bereits von Ihren Qualitäten. Was haben Sie sich für Ihre Premieren-Saison bei den „Großen“ vorgenommen?
Sulejmani:
Erstmal will ich mich schnell zurechtfinden und konstant meine Leistung abrufen. Ich möchte von Spiel zu Spiel besser werden.

Unter der Woche wurden Sie zum Probetraining beim Regionalligisten BSV Rehden eingeladen. Muss sich der HSV III Sorgen machen, dass Sie bald woanders spielen?
Sulejmani:
Generell will ich nichts ausschließen, aber in dieser Saison werde ich wohl beim HSV bleiben. Für die Regionalliga reicht es bei mir im körperlichen Bereich noch nicht. Trotzdem stehe ich weiter mit Rehden-Trainer Stephan Ehlers in Kontakt.

Trauen Sie sich denn den Sprung in die Vierte Liga zu?
Sulejmani:
Jetzt noch nicht. Aber ich denke, in einem Jahr könnte ich es schaffen.

Ihr Trainer Felix Karch glaubt, dass Sie mal vom Fußball leben können. Welche Ziele verfolgen Sie in Ihrer Karriere?
Sulejmani:
Mein großes Ziel ist, Profi zu werden. Das war schon immer mein Traum.

Dann spielen Sie ja schon im richtigen Verein...
Sulejmani:
Ich glaube nicht, dass der HSV mich auf dem Zettel hat. Die gucken doch nicht in der Dritten Mannschaften nach Talenten.

Mit Nikola Zeba haben Sie beim HSV III einen Ex-Profi als Teamkollegen. Holen Sie sich diesbezüglich Tipps von Ihm ein?
Sulejmani:
Klar, mit Nikola und Timo Trefzger, der auch schon höherklassig gespielt hat, unterhalte ich mich bei jedem Training. Die beiden und das Trainerteam sind meine ersten Ansprechpartner und Förderer in der Mannschaft.

Ihr Coach spricht bereits in den höchsten Tönen von Ihnen. Aber gibt es auch Punkte, wo Sie sich noch steigern müssen?
Sulejmani:
Wie gesagt: Im Körperlichen muss ich noch zulegen. Dafür gehe ich privat drei Mal pro Woche zum Fitness. Aber grundsätzlich kann ich mich überall verbessern, auch was das Spielverständnis angeht. Ich habe noch viel Luft nach oben.

"Ich hatte überlegt, mit dem Fußballspielen aufzuhören"

Lass' dich drücken: Teamkollege Tom Nitzsche (re.) freut sich mit dem Mittelfeld-Talent. Foto: noveski.com

Als junger Fußballer schaut man gerne zu den großen Stars auf. Welchem Vorbild eifern Sie nach?
Sulejmani:
Mein Lieblingsspieler ist Eden Hazard vom FC Chelsea, auch wenn er in der letzten Saison nicht so überzeugen konnte. Und was den Trainingsfleiß angeht, ist Cristiano Ronaldo mein Vorbild. Das ist eine echte Maschine.

Ronaldo polarisiert in der Fußballwelt wie kein Zweiter. Können Sie nachvollziehen, warum ihn so viele Menschen nicht leiden können?
Sulejmani:
Nein, kann ich nicht. Das sind wahrscheinlich die Messi-Fans (lacht). Ronaldo ist menschlich top und investiert unheimlich viel für seine Fitness. Mit 31 Jahren hat er einen besseren Körper als 20-Jährige, das ist unglaublich.

Mit seinem extravaganten „Freistoß-Vorspiel“ fällt der Real Madrid-Star besonders auf. Haben Sie auch spezielle Rituale auf dem Platz?
Sulejmani:
Bei den Freistößen nehme ich immer vier bis fünf Schritte Anlauf und versuche, so wie Ronaldo oder Bale, Flatterbälle zu schießen. Aber ich stelle mich da nicht so breitbeinig hin wie die beiden (lacht).

Falls es nicht klappen sollte mit dem Profi-Fußball: Haben Sie auch einen Plan B in der Tasche?
Sulejmani:
Was den Fußball angeht, habe ich mir die nächsten drei Jahre als Frist gesetzt. Wenn es bis dahin nicht klappen sollte, dann möchte ich etwas Handwerkliches machen. Parallel bin ich aber auch jetzt schon auf Ausbildungssuche.

Vor der letzten Saison gab es reichlich Aufruhr um Ihre Person: Aufgrund einer Regeländerung des Hamburger Fußball-Verbands, was den Wechsel von A-Junioren in den Herrenbereich betrifft, durften Sie nicht für den HSV III auflaufen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?
Sulejmani:
Das war sehr schwer für mich zu akzeptieren, denn ich wollte einfach nur spielen. Als der HSV III vor dem Sportgericht mit seinem Einspruch gescheitert ist, habe ich mich dazu entschieden, noch ein Jahr in der Jugend bei Niendorf zu spielen.

Kamen damals bei Ihnen auch Zweifel am Fußballgeschäft auf?
Sulejmani:
Ja, ich hatte sogar überlegt, mit dem Fußballspielen aufzuhören. Aber meine Familie und Freunde haben mir Mut zugesprochen und gesagt, dass ich jetzt nicht einfach aufgeben könnte. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

"Der HSV III ist wie eine Familie für mich"

Wie lief denn die letzte Saison für Sie bei Niendorf?
Sulejmani:
Sehr gut, ich konnte noch mehr auf mich aufmerksam machen. Es kamen sogar Angebote von Oberligisten, aber ich habe mich für die Rückkehr zum HSV III entschieden. Die sind wie eine Familie für mich.

Bald geht es nun endlich los für Sie und Ihr Team, das hohe Ziele verfolgt. Ist 2017 der Aufstieg in die Oberliga möglich?
Sulejmani:
Auf jeden Fall! Mit Teutonia, HEBC oder TuRa wird es einige Konkurrenten geben, aber wir haben das Potenzial, um ganz oben mitzuspielen. Die Meisterschaft können wir schaffen.

Und so rasant, wie Sie sich entwickeln: Glauben Sie, dass Sie auch im nächsten Jahr noch für die Karch-Elf spielen werden?
Sulejmani:
Das weiß ich nicht. Ich möchte mich jetzt auch nicht festlegen und will das erst auf mich zukommen lassen. Im Fußball kann sich immer alles schnell verändern.

Interview: Jonas Altwein

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