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10.08.2015

FC St. Pauli - Thy: „Ich hoffe, wir bekommen das Millerntor zum Beben“

FC St. Pauli vor dem Pokalspiel gegen Gladbach

Fühlt sich beim FC St. Pauli pudelwohl: Lennart Thy (li.) im Gespräch mit Sport Mikrofon-Reporter Frank Sorgatz. Foto: noveski.com

Er wird auch am heutigen Montag gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf stehen und wieder etliche Kilometer abreißen. Lennart Thy (23) hat sich unter Trainer Ewald Lienen zur unumstrittenen Stammkraft entwickelt und soll nun mithelfen, die Pokalsensation Realität werden zu lassen. Vor der heutigen Erstrundenpartie hat sich das Sport Mikrofon mit dem Angreifer getroffen und über die Partie gesprochen.

 Sport Mikrofon: Herr Thy, unter der Woche hat Ihr Sprunggelenk leichte Sorgen bereitet. Besteht Gefahr, dass Sie zum bisherigen Saisonhighlight ausfallen?
Lennart Thy
: Nein, die besteht nicht. Ich bin in Karlsruhe leicht umgeknickt, aber kann mittlerweile alles wieder mitmachen. Ich bin am Montagabend auf alle Fälle dabei.

Lasse Sobiech sprach nach dem Sieg in Karlsruhe davon, dass diese Partie ein Fingerzeig war. Teilen Sie seine Meinung?
Thy:
Ganz klar, der Sieg war sehr wichtig für uns. Wir wollten natürlich besser starten als letzte Saison. Das ist uns mit vier Punkten aus zwei Spielen auch definitiv gelungen.

Die bisherigen Auftritte machen ja durchaus Hoffnung, dass es eine erfolgreichere Saison wird, als die abgelaufene. Können Sie uns das erklären, woran das liegt?
Thy:
Stabilisiert haben wir uns ja schon in der Rückrunde. Dass wir den Abstieg verhindert haben, hat uns als Einheit noch mal zusammengeschweißt. Ich bin sicher, dass wir eine bessere Saison spielen als die vergangene.
Ihr Trainer spielt ja ein 4-2-3-1-System, in dem Sie in vorderster Front richtig viel Laufarbeit verrichten müssen.

Wünschten Sie sich nicht manchmal einen zweiten Angreifer an Ihrer Seite?
Thy
: Nein, das würde ich so nicht formulieren. In der Defensive spielen wir ja ein 4-4-2-System, in dem Basti Maier mich vorne unterstützt und mit anläuft. Natürlich muss ich vorne einige Wege gehen, aber das ist mein Spiel und nicht schlimm.

Kommen wir mal zum heutigen Spiel: Würden Sie der These zustimmen, dass wenn man die Borussia schlagen will, jetzt der optimale Zeitpunkt wäre?
Thy:
Sie sprechen den Fakt an, dass Gladbach noch kein Saisonspiel absolviert hat. Klar, da stimme ich Ihnen zu und sehe es auch als Vorteil an, da wir schon zwei Partien unter Wettkampfbedingungen bestritten haben. Gladbach verfügt aber über eine starke Mannschaft, die im letzten Jahr eine tolle Saison gespielt hat. Trotzdem hoffe ich, dass wir mit unseren phantastischen Zuschauern im Rücken das Millerntor zum Beben kriegen und eine Runde weiter kommen.

Die Favre-Elf hat ja mit Kruse und Kramer zwei wichtige Leistungsträger verloren. Denken Sie, dass Drmic und Stindl die Abgänge kompensieren können?
Thy:
Schwer zu sagen. Max Kruse war auf alle Fälle ein ganz wichtiger Spieler, der enorm wertvoll war. Auch Kramer war Stammspieler. Ob diese Spieler eins zu eins ersetzt werden können, wird sich zeigen. Auf alle Fälle ist Borussia in der Breite sehr stark besetzt und hat nach vorne richtig viel Qualität.

Können Sie das noch ein wenig konkretisieren?
Thy:
Speziell auf den Flügeln haben sie durch einen Herrmann, Traoré, Johnson und auch Hazard unfassbare Schnelligkeit. Da müssen wir extrem aufpassen. Borussias Umschaltspiel zählt sicher zu den Besten der Liga. Nicht umsonst spielen sie in der kommenden Saison in der Champions League.

Entwickelt ist das Stichwort: Sie sind nun im vierten Jahr beim FC St. Pauli und aktuell Stürmer Nummer eins. Erleben wir derzeit den besten Lennart Thy?
Thy
: Den Besten weiß ich nicht, aber vielleicht den Konstantesten. Ich spüre das Vertrauen vom Trainer zu 100 Prozent, was sehr wichtig ist und zudem bin ich topfit. Von daher versuche ich, der Mannschaft mit meinen Qualitäten im Angriff zu helfen.

Wenn man die ersten beiden Spiele zu Grunde legt, wo sehen Sie in Ihrem Spiel noch Verbesserungspotential?
Thy
: Ich könnte sicher noch öfter zum Abschluss kommen. Zudem müssen wir als Mannschaft den einen oder anderen Konter konsequenter zu Ende spielen, wozu wir in Karlsruhe mehrmals die Gelegenheit hatten. Aber wir stehen erst am Anfang der Saison und an diesen Feinheiten werden wir noch arbeiten.

Spricht eigentlich irgendetwas gegen eine weitere Verlängerung ihres im Sommer auslaufenden Vertrages?
Thy
: Ich mache mir derzeit keine Gedanken darum, wie es weiter geht, aber klar ist auch, dass mich im Verein rundum wohl fühle und wir noch einiges vor haben.

Interview: Frank Sorgatz

Die voraussichtliche Aufstellung:

FC St. Pauli: Himmelmann - Nehrig, Ziereis, Gonther, Buballa - Alushi, Rzatkowski - Sobota, Maier, Kalla - Thy

B. Mönchengladbach: Sommer - Korb, Christensen, Jantschke, Wendt - Stindl, Xhaka - Herrmann, Rafael, Hazard - Drmic

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