Mein Sport Mikrofon

20.06.2016

„Ein holpriger Start ist für mich keine Option“

Teutonias Trainer Florian Gossow im Interview

„Es gibt keine Selbstgänger“: T05-Coach Florian Gossow. Foto: noveski.com

Morgen bittet Neu-Coach Florian Gossow (42) beim FC Teutonia 05 zum Trainingsauftakt. Im Interview hat er sich mit uns schon vorher über die neue Saison unterhalten.

"Wenn der Aufstieg nicht gelingen sollte, wird man hier nicht in Panik verfallen"

Sport Mikrofon: Herr Gossow, mit Transfers wie Aytac Erman, Timo Ehlers oder Michael Meyer ließ Teutonia bereits lange vor der neuen Saison mächtig aufhorchen. Wäre alles andere als der Aufstieg in die Oberliga im Sommer 2017 eine Enttäuschung?
Florian Gossow:
Nein, das kann man so nicht sagen. Man darf die Erwartungshaltung nicht zu hoch setzen, das Team muss sich erstmal finden. Namen alleine garantieren gar nichts, die Leute müssen sich auf dem Platz auch verstehen.

Aber solche Spieler verpflichtet man nicht, wenn man mittelfristig in der Landesliga spielen will...
Gossow:
Der Verein hat natürlich seine Ziele – und das ist auch legitim. Wir wollen in der nächsten Saison oben mitspielen, aber wenn 2017 der Aufstieg nicht gelingen sollte, wird man hier nicht in Panik verfallen.

Haben Sie Befürchtungen, dass es bei einem holprigen Saisonstart schnell ungemütlich werden könnte? Dem Vernehmen nach soll sich der Verein schon in der letzten Saison den Oberliga-Aufstieg gewünscht haben...
Gossow:
Das kann ich mir nicht vorstellen. Außerdem ist ein holpriger Start für mich keine Option, so etwas hat es unter meine Regie noch nie gegeben.

Wen schätzen Sie als Mitkonkurrenten für die vorderen Tabellenplätze ein?
Gossow:
Für richtig gut halte ich den HEBC, HSV III und Inter Hamburg. Aber auch Mannschaften wie Niendorf II oder Vicky II sind spielstark, da wird man es nicht leicht haben. Jedes Spiel in der Landesliga ist schwer, es gibt keine Selbstgänger.

Im Jahr 2016 gab es viele Schlagzeilen rund um Ihren neuen Club, allen voran die Ausschreitungen beim abgebrochenen Auswärtsspiel gegen den HSV III. Warum haben Sie sich trotzdem für den Job an der „Kreuze“ entschieden?
Gossow:
Zu den Vorfällen kann ich nicht sagen. Aber ich kenne den Verein schon sehr lange und in den letzten sechs, sieben Jahren ist nie irgendwas passiert. Warum sollte ich nach einem Vorfall gleich sagen, mit denen will ich nichts zu tun haben?

"Ich spiele lieber 3:2 als 1:0"

Sie haben zuletzt 2013 mit TBS einen Hammonia-Ligisten trainiert. Wie gut sind Sie noch mit der Staffel vertraut?
Gossow:
Im Grunde bin ich mit allen Staffeln vertraut. Ich habe mir in den letzten Jahren viele Hammonia-Spiele angeschaut, war zum Beispiel oft bei TuRa, da ich dort in der Nähe wohne. Auch wenn ich lange nicht in der Staffel trainiert habe, kann man eigentlich sagen, dass ich nie wirklich raus war.

Mit Hannes Niemeyer von Altona 93 wurde kürzlich auf dem Transfermarkt nochmal nachgelegt. Ist mit weiteren Verpflichtungen zu rechnen?
Gossow:
Nein, wir befinden uns mit keinem Spieler in Gesprächen. Wir haben zwar noch einige Anfragen bekommen, aber der Kader steht jetzt für mich. Ich habe den Leuten das Vertrauen geschenkt und plane auch mit ihnen.

Anhand der vom Verein Ende Mai versendeten Pressemitteilung stehen nur sechs Abwehrspieler im Kader. Planen Sie mit einer Dreier-Kette?
Gossow:
Nein, geplant ist ein 4-3-3-System. Einen Hannes Niemeyer, der zuletzt immer auf der Sechs gespielt hat, werde ich wohl in der Innenverteidigung einsetzen. Und mit Simon Yücel, der in Harksheide offensiv zum Einsatz kam, plane ich auf der defensiven Außenposition.

Welche Art von Fußball wird man in der Saison 2016/17 vom FC Teutonia 05 zu sehen bekommen?
Gossow:
Da ich früher selbst Stürmer war, wird man bei uns offensiven Fußball sehen. Wir wollen die Fans unterhalten und werden nicht abwartend agieren. Ich spiele lieber 3:2 als 1:0. Wir wollen über Ballkontrolle ein Spiel dominieren, das sollte unser Anspruch sein.

Interview: Jonas Altwein

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