Mein Sport Mikrofon

09.02.2016

Der stille Anführer: Mit Haut und Haaren HSVer

Regionalliga Nord: Interview mit Sebastian Haut vom Hamburger SV II

Möchte beim HSV auch Spuren hinterlassen: Sebastian Haut (20) ist Stammspieler bei der U23 und spielt in der Regionalliga. Foto: A. Barklage

Er ist ein echter Norddeutscher. Sebastian Haut aus der U23 des Hamburger SV spielt seit 2011 bei den Rothosen. Geboren ist der 20-Jährige in Lübeck. Im Interview mit dem Sport Mikrofon spricht er über seine Karriereplanung und warum ausgerechnet Andrea Pirlo sein Vorbild ist.

Sport Mikrofon: Sie spielen seit fünf Jahren beim HSV. War es schon immer Ihr Traum einmal bei den Rothosen zu kicken?
Sebastian Haut:
Ja, auf jeden Fall. Ich habe als Kind schon in HSV-Bettwäsche geschlafen. Ich war seit jeher Fan des HSV.

Sie wechselten 2011 vom TSV Siems nahe Lübeck nach Hamburg und hatten in den verschiedenen U-Mannschaften schon einige Trainer. Von welchem Coach konnten Sie bisher am meisten lernen?
Haut
: Jeder Trainer ist anders. Aber ich habe von jedem einzelnen sehr viel mitgenommen. Und jetzt ist es unter Soner Uysal auch sehr gut. Er spricht viel mit den Spielern.

Wohnen Sie eigentlich noch im HSV-Internat in Norderstedt oder haben Sie sich eine eigene Wohnung genommen?
Haut:
Als ich bei der U16 angefangen habe, bin ich noch gependelt. Der Fahrdienst des HSV hat mich immer aus Lübeck abgeholt, das war schon stressig. Zur U17-Saison bin ich ins Internat gezogen. Seit der neuen Saison bin ich aber aus dem Internat wieder ausgezogen.

Ihr ehemaliger Teamkamerad Ronny Marcos (wechselte zu Greuther Fürth, Anm. d. Redaktion) und Ahmet Arslan wohnten zusammen in einer WG. Wie ist es bei Ihnen?
Haut:
Ich wohne auch in einer WG zusammen mit meinen Teamkollegen Finn Porath und jetzt Dominik Jordan, der eingezogen ist, weil Marc Lindenberg zum VfB Lübeck gewechselt ist.

Spielen Sie genauso, wie Ihre Mitspieler in Ihrer Freizeit gerne Play Station oder was machen Sie, wenn Sie mal frei haben?
Haut
: Ich treffe mich oft mit Freunden und natürlich spielen wir manchmal auch auf der Play Station. Oft schauen wir uns auch Filme zusammen an oder gehen abends zusammen etwas essen.

Also kein Bücherwurm?
Haut:
Nee, Bücher lese ich eigentlich nicht (lacht).

Anders wie viele Ihrer Mannschaftskollegen waren Sie in der Jugend kein Nationalspieler. Sollte es mit der Profikarriere nicht klappen, haben Sie dann einen Plan B in der Tasche?
Haut:
Auf jeden Fall. Wir haben auch im Internat viel über das Thema Karriereplanung gesprochen. Ich habe im Sommer 2014 mein Abitur gemacht und ich hatte auch schon angefangen zu studieren, habe es aber auf Grund des Zeitaufwandes abgebrochen.

In welchem Studiengang waren Sie eingeschrieben?
Haut:
Wirtschaftsinformatik an der Uni Hamburg.

Sind Sie ein Computerfreak?
Haut
: Nicht so wirklich. Aber ich interessiere mich schon sehr für Wirtschaftsthemen.

„Muss nicht dauernd mit dem Schiedsrichter diskutieren“

Kommen wir zum Sportlichen. In der A-Jugend trugen Sie in der vergangenen Saison als Kapitän sehr viel Verantwortung. Sind Sie ein Spieler, der auf dem Platz den Mund aufmacht?
Haut:
Normalerweise bin ich keiner, der auf dem Platz herumschreit. Aber ich kann das, wenn es sein muss. Ich kann eine Mannschaft führen, wenn es darauf ankommt, aber ich kein Spieler, der dauernd mit dem Schiedsrichter diskutieren muss.

In der laufenden Saison musste die Mannschaft schon den Abgang von Trainer Joe Zinnbauer verkraften. Co-Trainer Soner Uysal übernahm. Der HSV steht im unteren Mittelfeld und das Thema Klassenerhalt ist noch nicht vom Tisch. Was sind die Ziele des HSV in den restlichen Spielen?
Haut
: Wir wollen uns so schnell wie möglich von der Gefahrenzone entfernen und genügend Punkte holen, um dann den Anschluss ans gesicherte Mittelfeld herzustellen.

Schon nach nur einer Halbserie haben Sie sich zum Stammspieler in der Regionalliga gemausert und bilden zusammen mit Adel Daouri zumeist das defensive Mittelfeld. Ist das auch Ihre Lieblingsposition?
Haut
: Ja, auf jeden Fall. Ich kann aber auch Innenverteidiger spielen, wenn es sein muss.

Wo müssen Sie sich noch verbessern, wenn Sie irgendwann auch noch einmal in der Bundesliga spielen wollen?
Haut:
Meine Stärken habe ich ganz klar in der Defensive. Verbessern muss ich mich beim Antizipieren und beim ersten Ballkontakt, da bin ich oftmals noch zu nervös.

Haben Sie fußballerisch ein Vorbild?
Haut:
Ja, ich war schon immer Fan von Andrea Pirlo. Er ist ein überragender Spieler und hat aus wenig immer sehr viel gemacht.

Pirlo war auch für seine starken Freistöße bekannt. Ist das auch Ihre Stärke?
Haut:
Nein, überhaupt nicht (lacht). Und ich bin auch ein ganz anderer Typ, als der Italiener auf dem Platz. Ich fand es aber immer sehr faszinierend, wie er gespielt hat. Ich bin eher ein Spieler, der drei Wege zu viel auf dem Platz läuft. Auch so eine Sache, die ich noch verbessern kann.


Interview: A. Barklage

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