Mein Sport Mikrofon

01.12.2015

„Bei der U19-EM will ich im Kader stehen“

Interview mit HSV-Talent Frank Ronstadt

Er ist erst 18 Jahre alt, doch der HSV stattete Frank Ronstadt im Sommer bereits mit einem Lizenzspielervertrag bis 2018 aus. Die Verantwortlichen setzen auf das Talent aus Hamburg-Horn. Das Sport Mikrofon hat mit dem U19-Nationalspieler gesprochen.

Sport Mikrofon: Herr Ronstadt, zusammen mit Ihrem Teamkollegen Dren Feka haben Sie an einem Lehrgang und zwei Testspielen der deutschen U19-Nationalmannschaft teilgenommen. Konnten Sie Coach Markus Sorg von Ihren Qualitäten überzeugen?
Frank Ronstadt
: Es war nicht einfach, sich in den Vordergrund zu spielen, weil wir so einen großen Kader hatten (insgesamt 33 Spieler, A. d. Red.). Aber das Trainerteam hat es gut gemacht, so dass sich jeder zeigen konnte. Man muss sich aber nicht nur bei der Nationalmannschaft beweisen, sondern auch beim HSV.





Im nächsten Jahr findet die U19-Europameisterschaft in Deutschland statt. Da wollen Sie sicherlich dabei sein, oder?
Ronstadt:
Klar, ich möchte mich in den Kader spielen. Jetzt habe ich noch vier Monate Zeit, mich über den Verein zu zeigen. Erst Ende März 2016 haben wir die nächsten beiden Testspiele. Bis dahin muss ich noch hart an mir arbeiten.

Woran müssen Sie besonders arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen?
Ronstadt: Ich will mich ständig verbessern. Die Ballarbeit mit meinem linken Fuß muss noch intensiver werden. Außerdem will ich noch lauter auf dem Platz werden. Eigentlich bin eher ein ruhiger Typ, aber ich will mehr Verantwortung übernehmen.

„Muss auf dem Platz mehr den Mund aufmachen“

Sie wollen mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen. Wie kann man so etwas lernen?
Ronstadt
: Das Selbstvertrauen holt man sich über gute Leistungen auf dem Platz. Dann traut man sich mehr zu und kann auch mal den Mund aufmachen.

Sie waren etwas mehr als eine Woche lang mit der Nationalmannschaft unterwegs und hatten schulfrei. Wie läuft die Absprache mit der Schule, wenn Sie unterwegs sind?
Ronstadt:
Wir bekommen von der Schule einen Abwesenheitsbogen. Meine Lehrer in Hamburg geben mir dann Aufgaben mit, die ich zu bearbeiten habe. Während der Zeit bei der Nationalmannschaft wird kontrolliert, dass wir alle unsere Aufgaben erledigen.

Mit welchem Abschluss wollen Sie die Schule beenden?
Ronstadt
: Ich mache jetzt noch mein Fachabi. Damit will ich mich auch absichern, falls es mit dem Traum Fußball-Profi nichts wird.

„Als Kind geträumt, einen Profi-Vertrag zu unterschreiben“

Noch leben Sie aber Ihren Traum. Im Sommer haben Sie im Beisein von Sportchef Peter Knäbel einen Lizenzspielervertrag bis Juni 2016 unterschrieben. Was haben Sie bei der Vertragsunterzeichnung gedacht?
Ronstadt:
Ich hatte schon Glücksgefühle, als ich von dem Angebot gehört habe. Ich habe als Kind schon davon geträumt mal einen Profivertrag zu unterschreiben.

Sie war als jüngerer Spieler auch Balljunge im Stadion. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?
Ronstadt
: Schon als Junge habe ich die spezielle Atmosphäre erlebt. Damals habe ich gedacht, wie schön es wäre, wenn ich mal als Spieler in das Stadion einlaufe und die Zuschauer mir zujubeln würden. Das wäre ein Riesengefühl.

Wo sehen Sie sich sportlich in ein, zwei Jahren?
Ronstadt:
Ich hoffe, dass ich dann in der ersten Liga spiele. Hoffentlich im Trikot des HSV.

Viele Jungs in Ihrem Alter gehen am Wochenende feiern und bleiben lange weg. Als HSV-Juniorenspieler können Sie sich so etwas nicht erlauben. Ist es manchmal schwer, diese Opfer zu bringen?
Ronstadt:
Es gibt schon sehr viele Sachen, die man opfern muss. Ich kann nicht abends mit meinen Freunden rausgehen, weil ich den Schlaf brauche, um ein gutes Spiel zu machen oder zu trainieren. Wenn Du das Ziel hast, Fußballprofi zu werden, musst du halt einige Dinge opfern.


In der A-Jugend-Regionalliga steht der HSV auf Platz acht Was geht da noch in Sachen Meisterschaft?
Ronstadt
: Es ist noch viel möglich, da muss man nur auf die Tabelle schauen. Die Teams liegen noch eng beieinander.

Der VfL Wolfsburg als Tabellenführer scheint aber schon das Nonplusultra zu sein, oder?
Ronstadt
: Würde ich nicht sagen. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen, wenn man als Team agiert.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?
Ronstadt:
Ja, Eden Hazard von Chelsea finde ich gut, aber auch Hendrikh Mkhitaryan oder Douglas Costa sind gute Kicker.

Schauen Sie sich auch schon einmal etwas von diesen Spielern ab?
Ronstadt
: Ich versuche schon, mir Dinge von denen abzuschauen. Wenn ich Spiele sehe, versuche ich darauf zu achten, wie die Laufwege sind oder ob und wie sie Blickkontakt halten. Auch die eine oder andere Finte versucht man im Training mal nachzuahmen.

Interview: A. Barklage

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