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27.01.2014

Altona 93 hat ein Ass im Ärmel

Soll schnellstmöglich verlängern: Altonas Coach Oliver Dittberner. Foto:Bock

Der Fussball-Club Altona von 1893 e. V. war Gründungsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes im Jahre 1900 und hat bisher alle Höhen und Tiefen durchlebt. Im Jahre 2014 hat der AFC offenkundig kaum etwas von seiner Anziehungskraft verloren. Mit 583 Zuschauern pro Heimspiel pilgern immer noch recht viele Fans zu den Heimspielen auf die legendäre, aber inzwischen doch etwas zerfallene wie schäbige Adolf-Jäger-Kampfbahn an die Griegstraße 62. Das ist die amtierende Bestmarke in der Oberliga Hamburg, mit deutlichem Abstand vor Buchholz, Elmshorn und BU. In den letzten Tagen sind die Planungen für die neue Spielzeit 2014/15 mit Verve vorangetrieben worden.

Nach der Verpflichtung von „AFC-Urgestein“ Jacob Sachs gab der Verein nun auch den nächsten Transfercoup bekannt. Vom noch amtierenden Meister FC Elmshorn kommt zur neuen Saison Verteidiger Kim Helmer (23), Sohn des DFB-Europameisters Thomas Helmer, zum AFC. „Wir sind für die nächsten zwei Jahre auf einem guten Weg. Unsere vielen Fans bekommen dann Neuzugänge zu sehen, die für uns als Altona 93 finanziell auch machbar sind. Kim Helmer ist dabei ein Mann, der uns unbedingt weiterhelfen kann und unsere Bestrebungen unterstreicht, uns positiv weiter zu entwickeln“, sagte AFC-Präsident Dirk Barthel am Wochenende. Aber natürlich hat Barthel, der schlaue Fuchs, noch ein weiteres As im Ärmel! „Wir werden demnächst, also zeitnah, auch die Verträge unserer beiden Trainer Oliver Dittberner und Andree Fincke verlängern“, so Barthel. Dittberner und Fincke schwingen seit 2011 ihr Zepter beim AFC.

Aus der Vergangenheit gelernt

Altona 93 hat offenbar aus der jüngeren, schwierigen Klubgeschichte gelernt. Im April 2009 entzog der DFB dem damaligen Regionalligisten wegen wirtschaftlicher Probleme die Lizenz, wenig später verlor der AFC sogar als turmhoher Favorit am Millerntor das Hamburger Pokalfinale gegen den SC Concordia mit 1:2. So gingen weitere 100 000 Euro an Pokaleinnahmen, die seinerzeit natürlich fest eingeplant waren, einfach flöten. In der Saison 2008/09 trug der AFC in der Regionalliga Nord seine Heimspiele in der von den Fans sehr ungeliebten Anlage an der Hoheluft aus. Gegen Wilhelmshaven kamen einmal bei bestem Wetter nur 200 Besucher. Das war eine schauderhafte Geisterkulisse. Nach dem großen Imageschaden 2009 befindet sich der Verein nun wieder in ruhigeren Gewässern. 2007/2008 spielte der AFC in der damaligen Oberliga Nord (4. Liga) eine großartige Saison und wurde mit einem teilweise betörenden Offensivfußball hinter Holstein Kiel Tabellenzweiter. Es war die letzte Spielzeit des Jakob Sachs beim AFC, der damals 17 Tore für die Vizemeisterschaft beitrug. Sachs wechselte anschließend zum VfL Lübeck, kickte danach bei Holstein Kiel und dem SC Victoria. In diesem Jahr jährt sich zum zwanzigsten Mal der letzte große sportliche Erfolg des AFC. Am 13. August 1994 verlor der AFC nur denkbar knapp mit 0:2 in der ersten DFB-Pokalhauptrunde gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund. 9 500 Zuschauer waren seinerzeit gegen den BVB in der Adolf-Jäger-Kampfbahn. Auf den rauen Wegen zu den künftigen sportlichen Sternen muss sich der AFC nun im Viertelfinale des Hamburger Pokals am 9. Februar 2014 um 13 Uhr im Stadtpark beim Landesligisten VfL 93 beweisen.

Wieder dritte Kraft in der Stadt werden

Altona 93 hat unlängst den Kampf um die „Nummer Drei“ nach dem HSV und FC St. Pauli in Hamburger Fußball an den SC Victoria verloren. Im Moment ist der AFC nach Dassendorf und Curlslack-Neuengamme Tabellendritter in der Oberliga. Die mittelfristigen Ambitionen sind jedoch nicht eingeschlafen. Altona 93 will seine Zugkraft fortan weiter deutlich erhöhen und in naher Zukunft wieder selbst die strahlende Nummer Drei im Hamburger Fußball werden. Schon jetzt gehen in der Summe zu Altona 93 mehr Fans als zu Vicky oder Eintracht Norderstedt in deren höherer Spielklasse, der Regionalliga Nord.

Edgar Wieschendorf
(Der Autor vertritt seine Meinung unabhängig von der Redaktion)

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